Mein Name ist Lillian Maria Grepne, ich bin am 24.10.1958 in Bergen, Norwegen geboren. 1978 bestand ich mein Abitur an der Bergen Katedral Schule. Mit 13 Jahren fing ich in der lokalen Reitschule an zu reiten. Diese hatte neben Reitpferden auch Traber, die ich ab dem 16. Lebensjahr im Training fuhr. In den Sommerferien ritt ich in Oslo Galopper im Training.

lm Sommer 1978 entschied ich mich nach Deutschland zu ziehen, um mehr über Pferde zu lernen. Meine erste Arbeitsstelle war ein Jahr lang bei Hans Günter Winkler in Warendorf. Sein guter Umgang mit den Pferden, seine Genauigkeit, Präzision und Liebe zu ihnen hat mich sicherlich sehr gepragt. Das Wohlergehen des Pferdes stand fur ihn an erster Stelle.

Da ich mehr reiten wollte, wechselte ich die Arbeitsstelle. Springen war damals meine Passion. Für Detlev Brüggemann, Franke Sloothack, Alwin und Paul Schockemöhle arbeitete ich jahrelang. Auf dem Hof von Alwin Schockemöhle wurden die Pferde nach einem festen Plan gearbeitet und die Ausbildung der Pferde erfolgte sehr ruhig. Lutz Merke! unterstützte Detlev Brüggemann und mich bei der Ausbildung der Pferde. Die Genauigkeit der Hilfengebung, das Feingefühl und das grosse Verständnis für Pferde und die Ruhe im Umgang mit ihnen habe ich dort gelernt. In dieser Zeit nahm ich öfters Unterricht bei Lutz Merkel in Warendorf. Auch er hatte diese Ruhe in der Ausbildung von Pferd und Reiter. Dies habe ich in meine eigene Unterrichtserteilung mitgenommen. In dieser Zeit stellte ich erfolgreich Pferde in Springprufungen bis zur Klasse Mb vor.

Mein Ziel war die Bereiterprüfung. lm ersten Schritt machte ich damals die Reitwartprüfung an der Westfälischen Reit­ und Fahrschule bei Paul Stecken. Seine Wortwahl im Umgang mit dem Pferd sowohl im Theorieunterricht als auch in der Praxis beeindruckten mich nachhaltig. ,, Wie man über das Pferd spricht, so geht man auch mit ihm um,” ist einer seiner Leitsätze. Dieser Lehrgang pragte mein Verständnis vom Pferd sehr.

1985 lernte ich Klaus Erbslöh von der Berufsreiter Gruppe kennen. Er empfahl mir in einem Dressurstall zu arbeiten. Das Pas de Deux mit Anne Grete Jensen und Dr. Reiner Klimke sah ich damais live. Es faszinierte mich so sehr, dass ich endgültig beschloss, mich schwerpunktmäßig der Dressur zu widmen.

1986 bestand ich die Bereiterprüfung an der Deutschen Reitschule in Warendorf. Da ich acht Jahre in dem Beruf tätig war, musste ich keine Lehre absolvieren.

Die nächsten vier Jahre war ich bei Palle Thomsen in Mülheim an der Ruhr beschäftigt. Er war ein sehr guter Lehrmeister und ich war sehr gern bei Ihm beschäftigt. 1991 absolvierte ich die Meisterprüfung. Das Thema meiner schriftlichen Prüfung war “Die Geschichte der Dressurreiterei mit Schwerpunkt auf den Sitz des Reiters und die anatomischen Voraussetzungen des Reiters um Dressur zu reiten.” Teilaspekte dieser Arbeit diskutierte ich mit Albert Stecken, den ich bei Gabriela Grillo kennenlernte, für die ich einige Pferde ritt.

Nebenbei besuchte ich 1990 einen Lehrgang des Deutschen Kuratoriums für therapeutisches Reiten in Dillenburg. Hier erwarb ich meine Trainer “S” Lizens, die mich befähigt auch Menschen mit Behinderungen zu unterrichten.

Danach bildete ich ein Jahr lang unter der Leitung von Heiner Schiergen auf seiner Anlage in Krefeld Pferde aus. Viele lmpulse bekamen wir durch die enge Zusammenarbeit mit Dr. Uwe Schulten Baumer wo Schiergen zu dieser Zeit ritt.  Nachmittags habe ich bei Frau Scholl in Moers, Reitschule Biefangshof, Unterricht gegeben.

1993 lernte ich Decia de Pauw kennen, die mir eine Stelle anbot. Vier Jahre lang trainierte ich ihre Nachwuchspferde in Wavre, Belgien und stellte sie bis Inter I Niveau vor. Mit dem damaIs sechsjährigen Ralph Lauren, der später erfolgreich internationale Grand Prix Prüfungen ging, machte ich den zweiten Platz bei dem belgischen Championat für Nachwuchspferde. Oberbereiter Arthur Kottas – Heldenberg von der Spanische Hofreitschule zu Wien, Patrik Lorelain aus Cadre Noir. und Christilot Boylen, jahrelang Schülerin von Willi Schultheis, unterstützten uns bei der Arbeit mit den Pferden. Vom Austausch mit diesen Pferdekennern profitierte ich sehr.

Nach dieser Zeit hatte ich das große Glück ein Grand Prix Pferd auf Turnieren vorstellen zu dürfen. Zusammen mit Star Edison lernte ich viel im Großen Viereck. Er wurde sechs Monate spater verkauft.

1998 beritt ich ein Jahr lang Pferde bei Martina Hannöver -Sternberg. Martina war 10 Jahre bei Herbert Rehbein auf Gröhnwohl  Hof als Bereiterin tätig gewesen, bevor sie ihren eigenen Stall betrieb. Wir trainierten 16 Hengste. Fokussiertes und konsequentes Reiten war immer sehr wichtig. Das Verständnis zwischen der Balance von Pferd und Reiter vertiefte ich in dieser Zeit.

1998 ernannte mich die Norwegische Reitervereinigung zum Nationalmannschaftstrainer fur Ponies, Junioren und junge Reiter in Oslo, Norwegen. In dieser Funktion trainierte ich Reiter des norwegischen Kaders und begleitete sie zwei Jahre lang zu Nordischen Championaten und den Europameisterschaften.

2001 bis 2012 trainierte ich schwerpunktmäßig mit Anne Cecilie Ore in Bergheim bei Köln. Sie ist blind und startet für Norwegen in Paradressur. lhre Pferde mussten fein ausgebildet sein, ein gutes Selbstbild haben und lernen Verantwortung zu übernehmen. Dies basiert auf einer vertrauensvollen Arbeit von Pferd, Trainer/Bereiter und Behindertem. Neben großen Championaten waren wir im Jahr 2010 bei den Weltreiterspielen in Kentucky und 2012 bei den Paralympischen Spielen in London.

2007 unterstützte ich Ingrid Klimke bei einem Lehrgang in Norwegen, indem ich den Teilnehmern alles übersetzte. Auch von dieser Zusammenarbeit profitierte ich sehr.

Seit 17 Jahren bin ich bei der  Norwegische Reiterlichen Vereinigung in Oslo, verantwortlich für die Amateurausbilder. Die ethischen Grundregeln, die das Pferd schützen, sind uns sehr wichtig. Und unserer Vorbildfunktion sind wir uns bewusst.

lm Juni 2013 bestand ich meine Prüfung “Bewegungstrainer EM” bei Eckart Meyners an der Deutschen Reitschule in Warendorf, Deutschland. Dieser Lehrgang gab mir neue Gedankenanstösse. Er erweiterte meine Feinfühligkeit sowohl im Sattel als auch bei der Unterrichtserteilung.

Von 2016 bis 2020 habe ich die Berittene Polizei in Oslo Unterrichtet 3 mal in der Woche. Das ist wiederum ein anderes Arbeitsfeld mit dem Pferd. lch habe es gerne gemacht und hier ist das Vertrauen im Pferd riesen gross.

2020 habe ich mich entschlossen einen keinen Hof in Dänemark zu kaufen, zusammen mit meine Lebensgefahrtin, die Geburtig aus Dänemark kommt. In diese etwas schwierigen Zeit, in der das Reisen- um Lehrgänge zu geben -nicht erlaubt war, habe ich bei Daniel Bachmann -Andersen und seine Frau Tiril einen Stelle bekommen. Die Zusammenarbeit mit lhm ist sehr erfrischend und seine Jugendlichkeit und sein Mut nach den Sternen zu greifen zusammen mit tollen Pferden hat Begeisterung bei mir geweckt. Wir reiten zusammen und tauchen uns über die Reitlehre aus. Er ist ein begnadeter reiter, besitzt die Fähigkeit jedes Pferd individuell auszubilden und hat das Wohlergehen des Pferdes an erster Stelle.

Meine Lehrgange in Norwegen, Schweden und Deutschland finden wieder statt. lch gebe von Dänemark aus Online Unterricht in alle drei Länder.

Monatlich biete ich in Norwegen Team -Vortrage an in Regie der Norwegische Federation oder durch Equitanus – digitales Pferdewissen. Die Themen beinhalten Reitlehre und Horsemanship. Dieses kommt sehr gut an und ich mache es interessant durch das Einflechten von Geschichten, Gedichten, Aussagen bekannter Reitlehrer, den Tierschutz und das Klassische Reiten. Diese Vorträge möchte ich auch gerne in deutscher Sprache halten.